Das Investmentverhalten der Deutschen ist nicht gerade vorbildlich, was die Investition in erfolgversprechende Anlagen betrifft. Verantwortlich dafür ist vordergründig die Tatsache, dass sich viel zu wenig Menschen vor einer Investition genügend und vor allem richtig über die wesentlichen Faktoren informieren, die zum Erfolg eines Investment führen. Das führt oft auch zu widersprüchlichen Verhalten. So halten vielleicht bedingt durch positive wirtschaftliche Berichterstattung die Hälfte der Deutschen China für ein erfolgversprechendes Investitionsland. Laut neuesten Investmentstudien sind aber weniger als zehn Prozent bereit, in chinesische Anlagen zu investieren. Als Grund für dieses Paradox nennen Experten psychologische Faktoren. Da China immer noch viele Menschen befremdet, schrecken Investitionen doch eher ab, trotz der Erwartung guter Renditen.

Allgemein ist der deutsche Anleger sicherheitsorientiert veranlagt. Besonders seit der letzten Finanzkrise werden vielversprechende Anlagen in z. B. die „New Economy“ gemieden. Insbesondere beim Kauf von Aktien sind deutsche Investoren im Vergleich zu anderen Ländern, in denen die Wirtschaftskrise genauso Einhalt gebot, sehr zurückhaltend.

Auch gegen Investmentfonds haben die Deutschen vergleichsweise hohe psychologische Hürden zu überwinden, da müssen Fondsgesellschafen hierzulande ihre Produkte besonders ansprechend für private Anleger gestalten. Suboptimal ist jedoch die emotionale Hürde der Deutschen in Hinblick auf Chancen, die die Anlage in andere Länder und fremde, neue Branchen bieten. Zudem wird in Deutschland trotz der konservativen Anlageneigung zu wenig in langfristigen Anlagezyklen gedacht, die gerade bei Investmentfonds wie Immobilienfonds gute Erträge versprechen. Zwar liegt auch das Management einer Fondsgesellschaft nicht immer mit allen getroffenen Entscheidungen richtig, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit unter dem Strich, ein positives Ertrags-Risiko-Diagramm zu erhalten, sehr hoch.

Jedoch ist auch am deutschen Markt ein gewisser Wandel festzustellen. Gemischte Fonds, bei denen Investitionsentscheidungen vom Fondsmanagement und damit Experten getroffen werden, haben an Bedeutung gewonnen.

Welche Rolle jedoch mentale Denkstrukturen und vermittelte Werte und Normen bei der Investitionsentscheidung spielen, zeigt jedoch das Beispiel China. Auf den deutschen Anlagemarkt bleibt noch einiges zu tun, bis deutsche Anleger ein Verhalten an den Tag leben, bei denen mehr die Chancen und weniger potentielle Risiken gesehen werden.

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