Die Attraktivität von Schiffsfonds ist auf Grund der Schiffsfahrtkrise in letzter Zeit zurück gegangen. Allerdings scheint die Krise überwunden, gleichwohl überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung bestand, da die Schifffahrt schon immer wirtschaftlichen Zyklen unterworfen war, was jedoch in der Branche viel zu wenig kommuniziert wird.

Investmentanalysten ermitteln für die letzten rund 250 Jahre fast zwei Dutzend Rezessionen in der Handelsschifffahrt, die aber auch gleichzeitig mit ebenso vielen Aufschwüngen einher gehen.

Aktuell befinden sich Schifffonds zweifellos wieder im Aufschwung. Während vor einem Jahr bei den deutschen Schiffsfrachterfonds noch mehr als 130 Frachterschiffe nicht im Einsatz waren, sind es jetzt nur noch 25. Noch deutlicher zeigt sich der Aufschwung bei Betrachtung der Frachterschiffe insgesamt, die inzwischen wieder zu mehr als 97 Prozent benötigt werden.

Das spiegelt sich auch eindeutig in der Werterholung von Containerfonds wider. Diese liegt nicht selten bei 70 bis über 120 Prozent bei gleichzeitiger Abnahme an Sanierungsfällen unter den Schiffsfonds. Von zur Zeit mehr als 1800 Schiffsfondsgesellschaften ist derzeit nur jede zehnte von einem Sanierungsfall direkt betroffen. (Ein Sanierungsfall liegt dann vor, wenn die Kapitalausstattung in der Gesellschaft durch Eigen- oder Fremdkapital saniert werden muss).

Der Aufschwung der Schiffsfonds zeigt sich auch in der insbesondere in der zweiten Jahreshälfte von 2009 deutlichen Zunahme an neu zugelassenen Fondsveröffentlichungen.

Um die dennoch vorhandene Skepsis einiger Anleger zu beseitigen, hat „Hesse Newman Shipping Balance erstmalig einen Schiffsfonds mit einem speziellen Sicherheitskonzept auf den Markt gebracht. Über zwei Fondsbausteine werden dabei gleichzeitig die Chancen und Risiken im Auge b“ehalten. Das funktioniert dadurch, dass ca. 50 % des Fondsvermögens in ein sicheres Anleihenportfolio fließt, das mit zunehmender Laufzeit abgebaut und in einem Zweitmarkt investiert wird, bei dem ebenso Risiken vermieden werden, indem die Fondsmittel in alle wichtigen Schiffsmarktbereiche angelegt werden.

Falls das gegenwärtige auf Verlustvermeidung anstatt Wertvermehrung ausgerichtete Anlageverhalten (der Schiffsfondseigentümer) weiter anhalten sollte, könnte dieses Konzept durchaus Erfolg auf den Schiffsfondsmarkt haben. Unter rationalen Gesichtspunkten besteht jedoch gegenwärtig kein Grund (übermäßig) auf Schiffsfonds mit besonderer Sicherheitskomponente zu setzen.

Generell eignen sich Schiffsfonds für Anleger, die einen langfristigen Vermögensaufbau verfolgen. Investoren, die sich von kurzfristigen Entwicklungen beeinflussen lassen und nur die Erträge aktuell prosperierender Märkte nutzen wollen, werden sich dagegen überlegen, ob Schiffsfonds den gleichen Stellenwert belegen werden, wie vor wenigen Jahren.