Mit Prozesskostenfonds haben Kläger die Möglichkeit einen Rechtsstreit zu führen, ohne dabei Gefahr zu laufen, hohe Prozesskosten aus eigener Tasche bezahlen zu müssen.
Besonders gerichtliche Prozesse können für den Kläger sehr kostspielig werden. In vielen Fällen schätzen Kläger die potentiell hohen Prozesskosten im Vorwege viel zu niedrig ein. Das führt dazu, dass nicht selten ein Prozess vorzeitig beendet werden muss, da es sich der Kläger einfach nicht mehr leisten kann, mit den unangenehmen Nebeneffekt, dass dieser auch nicht zu seinem guten Recht kommt.
Mit Prozesskostenfonds wird die Finanzierung von Gerichtsprozessen dagegen bis zu ihrem Ende gewährleistet.
Das ist jedoch für den Kläger kein Selbstgänger! Ob ein Fonds gut ist oder nicht, erkennt der Anleger vorwiegend daran, dass bei der Entscheidung über die Streitfälle, die finanziert werden, das Kriterium der hohen Gewinnchancen aus einem gewonnen Rechtsstreit maßgeblich gewesen ist – und nicht nur eine hohe Wahrscheinlichkeit, den Fall zu gewinnen.
Gute Prozesskostenfonds nehmen eine genaue Abschätzung des Prozessrisikos im Vorwege vor. Wird das Risiko eines Rechtsstreits für den Kläger zu hoch eingeschätzt, wird in einem Gerichtsprozess gar nicht erst investiert.
Die Anleger von Prozesskostenfonds, die die finanziellen Mittel für die Prozesskosten bereit stellen, profitieren in Form eines festgelegten Satzes, der auf die Höhe des Streitwertes angesetzt wird. Der Nachteil von Prozesskostenfonds liegt allerdings in der Tatsache, dass es oft schwer abzuschätzen ist, wie hoch die Renditen ausfallen werden. Zudem sollten gerade in Deutschland besonders Augenmerk bei der Auswahl von Prozesskostenfonds gelegt werden. Gerade weil sich Prozesskostenfonds auf den deutschen Markt noch nicht durchgesetzt haben, gibt es viele suboptimal ausgestaltete Prozesskostenfonds.